Loslassen – vom Ziele setzen und Freude finden

let-go-scan-ursula-markgraf-600Ehrlich gesagt, ich wollte diesen Blogpost schon vor Monaten schreiben. Ich hab einige Male angefangen … Aber jetzt, wo ich endlich dran sitze und ihn schreibe, stelle ich erstaunt fest, dass er doch ganz anders wird als ich mir am Anfang vorgestellt hatte.
Über die letzten Jahre habe ich einiges losgelassen. Und es fühlt sich gut an. Es war nicht immer leicht, aber … Entwicklung. Besonders das Loslassen von DINGEN ist für mich fast schon zu einer leichten Besessenheit geworden. Nein, ich bin noch lange nicht nah dran eine Minimalistin zu sein – oder zu werden. Aber seit ich wieder begonnen habe mehr zu reisen, musste ich feststellen, dass ich VIEL ZU VIELE Dinge besitze. Und das fühlt sich nicht gut an. Als ich anfing sie loszulassen, begann ich mich leichter, glücklicher und freier zu fühlen. Trotzdem nicht leicht – aber es geht voran.

Dinge loslassen – nur ein Aspekt von LOSLASSEN

Da das Loslassen von Dingen in den letzten Jahren so wichtig für mich geworden ist, dachte ich irgendwie immer, wenn ich mal einen Blogpost über das Loslassen schreiben werde, dann darüber … über meinen Weg … warum ich Dinge loslasse, meine Sicht auf Minimalismus, was mir hilft …. sowas ….
Aber darüber werde ich heute nicht schreiben. Heute werde ich über etwas schreiben, was auch schon viele Jahre Teil meines Lebens ist – und was mich schon jahrelang echt nervt!
Wenn du mir schon etwas länger folgst, dann kannst du dich vielleicht erinnern, dass ich irgendwann mal gesagt (oder besser geschrieben) habe, dass ich einen Online-Kurs erstellen möchte. Und als ich den kostenlosen Workshop erstellt habe – und auch die Anleitung für den Origami-Stern – da habe ich sozusagen dafür „geübt“. Und ich dachte, bald wird es Realität sein – MEIN Kurs.
Mein erster eigener richtiger Online-Kurs, den ich mit der Welt – und mit dir – teilen kann.

Und dieses Ziel hatte ich irgendwie für Jahre vor Augen. (Irgendwie ist mir das ja total peinlich, das hier zuzugeben, dass ich schon Jahre daran arbeite sozusagen … und es immer noch nicht geschafft habe. Aber vielleicht geht es ja jemandem ähnlich wie mir und es hilft ihr, dies zu lesen.)

Jedes Jahr dasselbe Ziel … immer wieder

Aber egal wie sehr ich dieses im Kopf hatte – egal wie sehr ich es erreichen WOLLTE … Jedes Jahr, wenn ich das letzte Jahr Revue passieren liess – was ich total liebe – und mich daran machte, dass kommende Jahr zu „planen“ – was ich auch liebe – dann war eins meiner Ziele MEIN ONLINE-KURS.

Und jedesmal hatte ich das Gefühl soooo nah dran zu sein, ganz kurz davor … Aber nie hab ich es wirklich geschafft. Und von Jahr zu Jahr wuchs meine Frustration.
Denn ich hatte das Gefühl, dass ich doch alles hatte, um endlich diesen doofen Kurs zu erstellen. Ich muss mich nur hinsetzen und es machen.
Und ich habe mich hingesetzt …
habe Ideen aufgeschrieben …
Workshop-Pläne erstellt …
mir Projekte für Workshops ausgedacht …
hab mir eine Kamera gekauft und Stativ und Ständer …
habe mir einen Kurs gekauft, der mir beibringen sollte, wie ich meinen Kurs erstelle …
Ich hab alles gemacht nur … den Kurs nicht erstellt.

Und weisst du was, es hat mich total verrückt gemacht.

Ich bin eigentlich ein recht disziplinierter Mensch. Wenn ich etwas möchte, dann schaff ich das auch. Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann mach ich das.
Wenn ich nicht weiss wie, dann finde ich es heraus.
Wenn ich nicht die Fähigkeiten dazu habe, dann lerne ich sie halt. (Ich liebe es zu lernen – das ist also eigentlich nie ein Problem.)
Wenn ich nicht die richtige Ausrüstung habe, dann besorge ich sie mir oder werde kreativ und finde andere Lösungen.
Ich kann alles mögliche!
Warum krieg ich es also nicht hin so einen simplen Online-Kurs zu erstellen???

Ehrlich gesagt, ich weiß es immer noch nicht.
Ich habe in den letzten Jahren so viel erreicht. Ich habe unglaublich viel gelernt. Und ich habe die komplette Ausrüstung, die ich brauchen könnte. Ich denke ich weiss alles darüber, wie ich einen Online-Kurs erstellen könnte. Ich habe keine Ahnung, warum ich es trotzdem nicht einfach hinkriege.

Ich habe mit einigen darüber gesprochen … und ab und zu kam folgenden Antwort:

Vielleicht ist es einfach nicht die richtige Zeit dafür.

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Vielleicht soll es jetzt einfach noch nicht so sein.
Ganz ehrlich, diese Antwort hat mich – in dem Moment – ein bisschen sauer gemacht. Ich hab jahrelang auf dieses Ziel hingearbeitet. Wie kann es denn nicht die richtige Zeit dafür sein? Und wenn nicht jetzt – wann denn dann bitte?

Deshalb hab ich diese Antwort schlicht zur Seite geschoben und weitergemacht. Die Sache war aber die, ich bin halt nicht weitergekommen. (Also mit vielen anderen Dingen schon, aber mit diesem einen Ziel halt eben nicht.)

Und zum Ende des letzten Jahres musste ich mir dann eingestehen, wenn ich ehrlich mit mir selber bin, dann bin ich nicht nur nicht weiter gekommen mit diesem Ziel – sondern habe mich sogar weiter davon entfernt.
Als ich nämlich zurückgeblickt habe auf 2020, da fiel mir auf dass ich in dem Jahr so gut wie gar nichts gemalt oder gezeichnet hatte. Ich hatte immer mal wieder versucht in eine Art „kreative Routine“ zu kommen … jeden Tag zu zeichnen oder so … aber nichts hatte wirklich funktioniert. Und das Schlimmste daran war, dass es wohl daran lag, dass es mir einfach keinen Spass gemacht hat …
Und rückblickend stellte sich mir die Frage – wieso? Könnte es sein, dass ich mir einfach zu viel Druck gemacht hatte? Könnte es sein, dass dieser Druck von mir, dass ich endlich diesen Sch****-Kurs erstellen müsse, dazu geführt hat, dass mir das malen und zeichnen überhaupt nicht mehr Spaß machte?

Immer wenn ich versucht habe wieder damit zu beginnen etwas zu malen oder zu zeichnen, dann hatte ich sofort diesen Gedanken in meinem Kopf:

„Du solltest etwas für den Kurs machen.“

Dass das nicht gerade hilfreich dabei ist, wenn man versucht wieder regelmässig kreativ zu sein, brauch ich dir wohl nicht zu sagen. So kam es in dem ganzen Jahr nie dazu, dass ich wirklich regelmäßig was gemalt habe … und das Schlimmste war, ich hatte einfach auch gar keine Lust dazu.

Und das war noch nicht alles. Ich hatte auch nicht einen einzigen Blogpost geschrieben. Und es ist so – ich LIEBE eigentlich das Schreiben. Wenn ich mich zwischen schreiben und dem Malen/Zeichnen entscheiden müsste – puh, keine Ahnung! Ich könnte es nicht. Ich liebe halt beides. Es sind zwei unterschiedliche Tätigkeiten, aber beide machen mir – eigentlich – einfach unglaublich viel Freude!!! Eigentlich.

Und nun stellt ich fest, dass ich das ganze Jahr weder irgendetwas Kreatives im Sinn von Malen oder Zeichnen oder so gemacht hatte, noch hatte ich geschrieben … und ich hatte immer noch nicht diesen doofen Kurs erstellt.
Und ich hab mich so mies gefühlt!

Und in dem Moment dachte ich „Jetzt reichts!“
Offensichtlich funktioniert meine Herangehensweise – einfach durchziehen – ja nicht. Und es macht einfach keinen Sinn. Ich habe im letzten Jahr so unglaublich viel erreicht! Es war mein drittes erfolgreiches Jahr als Selbständige – ja, nicht als Künstlerin, aber trotzdem – und ich habe mich so unglaublich weiter entwickelt und so viele andere Ziele erreicht. Und dieses eine doofe Ziel, dem ich hinterherlaufe, schafft es, dass ich mich so mies fühle – obwohl ich stolz und glücklich und dankbar und zufrieden sein sollte!

Als ich das realisierte, war ich endlich bereit „aufzugeben“. Loszulassen.

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Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, was ich mir für 2021 WIRKLICH wünsche.
Und ja, ich gebe zu, es war sehr verlockend wieder aufzuschreiben „eigenen Online-Kurs erstellen“. Aber ich lies diesen Wunsch – dieses Ziel – los. Und wie immer, war es nicht leicht. Aber wenn ich ehrlich war – ich hatte den Kurs 2020 nicht vermisst. Was ich aber enorm vermisst hatte war die Freude am kreativ sein. Ich habe es vermisst
Farbe an meinen Fingern zu haben
mit Strukturen zu spielen

zu spielen.
Zu KREIIEREN
Ich habe das wundervolle Gefühl vermisst, das man hat, wenn man ein fertiges Werk betrachtet. (Auch wenn sich für mich ein Werk nie wirklich wie „fertig“ anfühlt, aber das ist ein anderes Thema.)
Ich habe das Schreiben vermisst.
Ich habe es vermisst mich auszutauschen …. mir dir.
Ja, das klingt vielleicht ein bisschen verrückt, aber das kreativ sein und das teilen mit anderen, das macht mir so viel Freude! Und DAS habe ich vermisst!

Daher habe ich diesmal keinen Online-Kurs auf meine Liste gesetzt, sondern

„Follow my joy“

Und das werde ich versuchen dieses Jahr zu tun!

Ich möchte versuchen es wieder zu einer Priorität in meinem Leben zu machen, die Dinge die ich liebe zu tun. Eifnach weil sie mir Spass machen.
Ich möchte malen, kleben, zeichnen, Werke ruinieren, aber auch Schätze finden, von denen ich nicht wusste, dass sie da sind. (Denn so fühlt sich der kreative Prozess manchmal für mich an.) Und ich möchte schreiben.
Natürlich wird nicht alles hier auf dem Blog erscheinen – so ist das mit dem Schreiben einfach. Manches ist dazu da geteilt zu werden, aber manches ist auch einfach nur „Müll“. Aber das was zählt, ist der Weg … Schreiben macht Freude, wenn man es immer wieder tut. Zumindest ist das bei mir so.

Das ist also der „Plan“ für 2021. Und ich werde versuchen euch auf dem Laufenden zu halten, wie es so funktioniert.
Wenn du mir also schon eine Weile folgst und darauf gehofft hast, dass dieses Jahr endlich der Online-Kurs rauskommt – dann muss ich dich leider enttäuschen. Das wird nicht passieren. Aber, ich werde hoffentlich viele andere inspirierende Ideen und Projekte mit dir teilen.

Hast du „Pläne“ für 2021?

Oder hast du etwas losgelassen?
Ich freu mich wie immer, in den Kommentaren von dir zu hören! Oder gern auch per Email, falls dir das lieber ist.

P.S. Falls dir mein “Let go” Bild gefällt … es ist ein Mixed media Bild auf Holz. Auch dies bin ich bereit loszulassen ;-) Du findest es in meinem Etsy-Shop.

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Eine Antwort zu Loslassen – vom Ziele setzen und Freude finden

  1. Cheryl sagt:

    Ursula, I love this and really relate to it! You have given me much to think about letting go in my life too. Thank you for sharing! It’s so wonderful to see your joyful art again! Happy 2021! ❤️

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